Flugangst

Bei manchen ist es die Anfahrt zum Flughafen. Bei anderen das Warten hinter der Sicherheitsschleuse oder die Ticketkontrolle direkt vor dem Boarding, der erste Schritt in die Maschine oder erst die Beschleunigung beim Start. Die Auslöser sind für jede Person mit Flugangst unterschiedlich. Die kleinste Situation kann aber ausreichen, um der Person den kalten Angstschweiß auf die Stirn zu treiben, den Puls in die Höhe schnellen zu lassen und dafür zu sorgen, dass die Person nur noch eins will: aus der Situation fliehen.
Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein – die wenigsten Flugphobiker würden wohl Reinhard Meys Text so einfach zustimmen.

Wie entsteht Aviophobie?

Rund 16% der Bevölkerung in Deutschland leiden an Flugangst, weitere 22% fühlen sich beim Fliegen zumindest unwohl. In Österreich liegt es nahe, ähnliche Zahlen zu vermuten. Die Angst kann sich auf viele verschiedene Dinge beziehen: darauf, vom Himmel zu fallen, die Kontrolle aus der Hand zu geben, die Angst vor der schieren Höhe, oder vor der Tatsache eingeschlossen zu sein. Michael Niavarani sagt zum Thema Flugangst: „Ich habe keine Angst davor, dass ich oben schwebe, ich habe Angst, dass ich unten leblos zerschelle“
Die Phobie kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Eine wichtige Rolle spielen mit Sicherheit die Nachrichten, die selbstverständlich weit weniger von erfolgreichen Flügen berichten als von Unfällen. Daraus leiten wir irrtümlich ab, dass der Flugverkehr weit unsicherer ist, als es tatsächlich der Fall ist. Das Flugzeug ist sogar das Transportmittel mit der geringsten Unfallrate – weit hinter der von Autos.

Welche Folgen hat die Angst vor dem Fliegen?

Man kann Personen mit Flugangst die Zahlen vorlegen, dass der Weg mit dem Auto zum Flughafen statistisch gefährlicher ist als der Flug selbst. Und Aviaphobiker wissen in der Regel auch, dass sie sich keine übermäßigen Sorgen zu machen brauchen. Und trotzdem: Die Angst kommt unvermittelt.
Der einfachste Weg, der Phobie zu entkommen ist, nicht mehr zu fliegen. Es gibt ja genügend andere Transportmittel. Oder die moderne Technik, um bei der Schwester im Ausland auf dem Laufenden zu bleiben oder mit Unternehmen in Übersee zu verhandeln. Zu Problemen kommt es dann, wenn ein Flug unausweichlich ist: Manche Geschäftstermine kann man nur persönlich erledigen und das erste Enkelkind persönlich in den Armen zu halten ist unersetzlich. Personen mit Flugangst sind oft bereit, einen riesigen Aufwand zu betreiben, um dem Fliegen zu entgehen, finanziell wie zeitlich. Mit dem Zug von Wien nach Barcelona ist man über 23 Stunden unterwegs – der Flug lässt Sie schon in zweieinhalb Stunden in die Stadt am Mittelmeer reisen. Die Angst übernimmt die Kontrolle und diktiert dem Menschen, was er zu tun oder zu lassen hat.

Was kann ich dagegen tun?

Ganz typisch für Betroffene von nahezu allen Phobien ist das Vermeiden der Situation, die die Angst auslöst. So auch bei Flugphobikern. Und so einfach und beängstigend es klingen mag, die Konfrontation mit genau dieser Situation (angeleitet und mit Techniken für den Umgang mit der Angst) hilft wissenschaftlich bewiesen am besten dabei, die Angst zu besiegen. Hier bei Phobius verlassen wir uns auf die Forschung und wenden sie direkt an. Unsere Behandlung ist auf 8-10 Sitzungen veranschlagt. Die Hälfte davon besteht aus Aufklärung über die Angst und den besten Umgang mit ihr. Erst wenn sich der Patient sicher genug fühlt ist eine Konfrontation angebracht. Je nach Möglichkeiten und Wunsch kann dies in der Virtuellen Realität (VR) hier in unseren Räumlichkeiten oder mit einem tatsächlichen Flugzeug geschehen.

Struktur und Ablauf unserer Behandlung

Phobius hat sich unter anderem auf die Behandlung von Flugangst spezialisiert. Mithilfe von Aufklärung über die psychischen und körperlichen Vorgänge und innovativer Techniken erreichen wir, dass Sie wieder angstfrei durch den Alltag gehen können. Teile unserer Behandlung machen sich die bewährte Technik der Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz zu Nutze – mithilfe einer Virtuellen Welt. Der große Vorteil: Sie sind zu hundert Prozent auf sicherem Boden und in guten Händen unserer Psychologen, die Sie Schritt für Schritt aus den kreisenden Gedanken und Ängsten heraus begleiten.
Im Laufe der Behandlung erfahren Sie, was genau Angst ist, wie sie entsteht und warum sie zu einem ständigen Begleiter wurde. Sie werden lernen, wie die Angst mit effektiven Strategien und Verhaltensweisen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden kann. Die KVT ist eine speziell für Ängste geeignete Therapie und erfordert Ihre aktive Mitarbeit. Am effektivsten ist die KVT, wenn sie auf Ihre individuelle Flugangst zugeschnitten ist und wenn Sie die Strategien zur Behandlung Ihrer Symptome regelmäßig üben. In dieser Behandlung werden Sie lernen, mit körperlichen Beruhigungstechniken, geistigen Strategien und Verhaltensübungen gegen Ihre Platzangst vorzugehen.
1. Einheit Kennenlernen, Exploration
2.-4. Einheit Wissensaufbau, Erlernen der Techniken zur Angstbewältigung, Strategien erproben
5.-9. Einheit (Virtuelle) Exposition
10. Einheit Abschlussgespräch und Erfolgsplanung für die Zukunft
Eine Flugangst verschwindet nicht von alleine - im Gegenteil, sie kann im Laufe der Zeit schlimmer werden und vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Trotzdem lassen sich die meisten Betroffenen nicht behandeln, obwohl dies innerhalb weniger Sitzungen erfolgreich möglich wäre.