Ca. 29% aller Menschen leiden unter Angststörungen

Obwohl die Behandlung von Phobien sehr hohe Erfolgsraten aufweist, sucht nur ein kleiner Teil der Patienten mit spezifischer Phobie professionelle Hilfe

Angst vor Spinnen oder Insekten

Arachnophobie oder Spinnenphobie ist die übersteigerte Angst vor Spinnen. Viele Menschen mögen Spinnen nicht besonders oder fürchten sich vor ihnen. Eine stark ausgeprägte Spinnenangst bzw. Spinnenphobie entspricht jedoch meist nicht der tatsächlichen Gefahr, die von Spinnen ausgeht. Gerade im mitteleuropäischen Bereich sind fast alle Spinnen harmlos.
Arachnophobie ist relativ häufig. Etwa 30% aller Menschen leiden darunter (Mental Health Survey Daten, 2016). Somit ist die Spinnenphobie die zweithäufigste psychische Störung nach der Depression. Forscher vom Max-Planck-Institut konnten zeigen, dass bereits Säuglinge Angstsymptome aufweisen, sobald sie mit Spinnen konfrontiert werden (Hoehl et al., 2017). Dies spricht dafür, dass wir eine Art angeborene Angst vor Spinnen haben, die uns früher das Überleben gesichert hat.
Die Angst vor Spinnen hat viele Facetten. Betroffene befürchten häufig, dass eine Spinne plötzlich auftauchen könnte und vermeiden dadurch bestimmte Orte wie den Keller. Häufig werden diese Situationen von starken Angstzustände oder Panikattacken begleitet.
Studien haben gezeigt, dass nur ca. 20-40% der Betroffenen eine Therapie in Anspruch nehmen, obwohl die Spinnenphobie schnell und effektiv behandelt werden kann. Das kommt einerseits daher, dass es für Therapeuten einen enormen Aufwand bedeutet, Spinnen artgerecht zu halten und andererseits Klienten scheuen, sich der echten Spinnen zu stellen. Die virtuelle Realität hingegen verschafft uns den enormen Vorteil, keine echten Spinnen mehr halten zu müssen und den Achtbeiner in einer sicheren und kontrollierten Umgebung begegnen zu können.

Struktur und Ablauf unserer Behandlung


Im Laufe der Behandlung erfahren Sie, was genau Angst ist, wie sie entsteht und warum sie zu einem ständigen Begleiter wurde. Sie werden lernen, wie die Angst mit effektiven Strategien und Verhaltensweisen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden kann. Die KVT ist eine speziell für Ängste geeignete Therapie und erfordert Ihre aktive Mitarbeit. Am effektivsten ist die KVT, wenn sie auf Ihre individuelle Angst zugeschnitten ist und wenn Sie die Strategien zur Behandlung Ihrer Symptome regelmäßig üben. In dieser Behandlung werden Sie lernen, mit körperlichen Beruhigungstechniken, geistigen Strategien und Verhaltensübungen gegen Ihre Spinnenangst vorzugehen.

1. Einheit Kennenlernen, Exploration
2.-4. Einheit Wissensaufbau, Erlernen der Techniken zur Angstbewältigung, Strategien erproben
5.-7. Einheit Virtuelle Exposition (Konfrontation)
8. Einheit Abschlussgespräch und Erfolgsplanung für die Zukunft
Angst vor Spinnen verschwindet nicht von alleine - im Gegenteil, sie kann im Laufe der Zeit schlimmer werden und vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Trotzdem lassen sich die meisten Betroffenen nicht behandeln, obwohl dies innerhalb weniger Sitzungen erfolgreich möglich wäre.


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