Ca. 29% aller Menschen leiden unter Angststörungen

Obwohl die Behandlung von Phobien sehr hohe Erfolgsraten aufweist, sucht nur ein kleiner Teil der Patienten mit spezifischer Phobie professionelle Hilfe

Angst vor dem Autofahren

Die Angst vor dem Autofahren, auch Fahrangst und Amaxophobie (gr. amaxa „Gefährt“) genannt, betrifft Schätzungen des ADAC zufolge in Deutschland 1 Million Menschen. Die Dunkelziffer könnte noch viel höher ausfallen, vor allem, wenn man leichtere Formen von Fahrangst miteinbezieht. Frauen sollen 6 Mal häufiger betroffen sein als Männer. Dabei ist das Autofahren heutzutage für die meisten Menschen unverzichtbar. Besonders verbreitet ist die Angst vor dem Autofahren unter Fahranfängern, wenn nach der erfolgreichen Führerscheinprüfung nicht gleich weitergeübt wurde. Fahrangst kann auch als Folge einer schlechten Erfahrung, wie einem Unfall, entstehen. Ein weiterer Entstehungsgrund können auch einfach ängstlich kreisende Gedanken rund um das Autofahren sein.

Wie kommt es zur Angst vor dem Autofahren?


Die Angst bezieht sich auf eine als gefährlich eingeschätzte Situation, wie z. B das Befahren der Autobahn, Fahren im Stadtverkehr oder Fahren bei Dunkelheit. Es treten Angstsymptome wie Schwitzen, Zittern, Übelkeit und ein trockener Mund ein. Auffällig bei Fahrangst ist besonders die andauernde Muskelanspannung. Begleitet sind die körperlichen Symptome von Gedanken zu Katastrophen, Unfällen und Verletzungen. Die Angstreaktion tritt häufig schon vor dem Autofahren ein - die sogenannte Erwartungsangst, oder „Angst vor der Angst“.
Anfängliche Versuche sich der Situation zu stellen können sich von Nervosität über körperlich heftige Symptome bis zur Panikattacke steigern. Es kann bei der Angst vor spezifischen Verkehrssituation bleiben oder aber die Angst wird auf sämtliche Fahrsituationen generalisiert. Dann kann es zu einer Fahrphobie kommen und das Autofahren wird ganz eingestellt.


Welche Folgen hat die Angst vor dem Autofahren?


Autofahren ist in vielen Berufen Vorteil oder gar Voraussetzung und kann im privaten Alltag unverzichtbar sein (z.B. am Land). Allgemein hat Fahrangst also in der heutigen Welt weitgehende Einschränkungen in Mobilität und Lebensqualität im privaten und beruflichen Umfeld zur Folge. Mit der Angst vor dem Autofahren und den daraus resultierenden Nachteilen kann das Selbstbewusstsein einer Person beträchtlich leiden. Betroffene sprechen selten über ihre Angst und lernen Strategien, um das Autofahren zu umgehen. Man lässt den Partner ans Steuer oder nutzt andere Mittel wie Fahrrad oder den öffentlichen Verkehr.


Wie kann ich die Angst vor dem Autofahren überwinden?


Wichtig ist das Vermeidungsverhalten zu durchbrechen. Um ein wenig mehr Sicherheit zu erlangen könnten zusätzliche Fahrstunden helfen. Ausschlaggebend bei der Art der Intervention ist die erlebte Intensität der Angst. Leichte Nervosität kann durch lautes Denken, gezieltes Muskelentspannen und letztendlich durch die Fahrpraxis überwunden werden. Kommt es aber zu starker Angst oder sogar zu Panikattacken ist es ratsam psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.


Struktur und Ablauf unserer Behandlung


Im Laufe der Behandlung erfahren Sie, was genau Angst ist, wie sie entsteht und warum sie zu einem ständigen Begleiter wurde. Sie werden lernen, wie die Angst mit effektiven Strategien und Verhaltensweisen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden kann. Die KVT ist eine speziell für Ängste geeignete Therapie und erfordert Ihre aktive Mitarbeit. Am effektivsten ist die KVT, wenn sie auf Ihre individuelle Angst zugeschnitten ist und wenn Sie die Strategien zur Behandlung Ihrer Symptome regelmäßig üben. In dieser Behandlung werden Sie lernen, mit körperlichen Beruhigungstechniken, geistigen Strategien und Verhaltensübungen gegen Ihre Angst vor dem Autofahren vorzugehen.

1. Einheit Kennenlernen, Exploration
2.-4. Einheit Wissensaufbau, Erlernen der Techniken zur Angstbewältigung, Strategien erproben
5.-7. Einheit Virtuelle Exposition (Konfrontation)
8. Einheit Abschlussgespräch und Erfolgsplanung für die Zukunft
Die Angst vor dem Autofahren verschwindet nicht von alleine - im Gegenteil, sie kann im Laufe der Zeit schlimmer werden und vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Trotzdem lassen sich die meisten Betroffenen nicht behandeln, obwohl dies innerhalb weniger Sitzungen erfolgreich möglich wäre.


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