Angst vor dem Coronavirus

Heimquarantäne, Kurzarbeit und Schutzmasken. Österreich ist derzeit im Ausnahmezustand. Die COVID-19 Pandemie schafft eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit. Was Sie über die Krankheit wissen müssen und wie sie sich davor schützen können aus klinisch-psychologischer Perspektive.

Überblick

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Die Coronakrise stellt die Menschen derzeit vor ganz besondere Herausforderungen. Zunächst hilft es, sich die Fakten rund im COVID-19 in Erinnerung zu rufen.

Derzeit kann noch nicht genau abgeschätzt werden, wie gefährlich der Krankheitserreger tatsächlich ist. Die Symptome reichen von einer leichten Erkältung bis hin zu einer schweren Lungenentzündung. Bei vielen Infizierten verläuft das Virus oft komplett unbemerkt.

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Die Berliner Charité hat einen Online-Test veröffentlicht (Corona-App), um eine potenzielle Infizierung mit COVID-19 zu diagnostizieren und weitere Verhaltensregeln zu empfehlen!

Gefährdet sind vor allem ältere und immungeschwächte Menschen. In dieser Risikogruppe treten auch die meisten Todesfälle auf. Die Sterblichkeitsrate liegt Schätzungen zu Folge bei ungefähr drei Prozent. Damit ist die Krankheit deutlich ungefährlicher als zum Beispiel Ebola oder MERS.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Es gibt derzeit noch keine Impfung gegen das Coronavirus. Doch mithilfe der folgenden Ratschläge können Sie sich selbst schützen und die Verbreitung der Krankheit aufhalten. Da COVID-19 hauptsächlich über Tröpfcheninfektion weitergegeben wird, lassen sich gezielte Schritte unternehmen.

Fünf einfache Verhaltensregeln während der Coronakrise:

  1. Bleiben Sie zu Hause!
  2. Halten Sie Abstand zu Anderen!
  3. Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände!
  4. Husten Sie wenn möglich in die Armbeuge!
  5. Berühren Sie Ihr Gesicht so wenig wie möglich!

Auch wenn Sie selbst nicht zu der Risikogruppe zählen, können Sie andere anstecken. Nehmen Sie daher Ihre gesellschaftliche Pflicht ernst. Es gilt, um jeden Preis eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.

Wenn Sie trotzdem Angst und Panik in sich aufsteigen spüren, können Sie uns jederzeit telefonisch erreichen. Wir helfen Ihnen gerne.

Was kann ich für meine psychische Gesundheit tun?

Eingesperrt sein in den eigenen vier Wänden. Die sozialen Kontakte brechen weg. Man macht sich Sorgen um Familie und Freund und blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. All diese Stressfaktoren sind eine Herausforderung für unsere innere Balance.

Doch es gibt Möglichkeiten, um auch in dieser Zeit psychisch gesund zu bleiben. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse haben wir Ihnen einen Plan erstellt, der fünf einfache Strategien umfasst. Unser Rezept gegen die Angst:

  1. Sozialer Kontakt!

    Der Mensch ist ein Rudeltier und braucht Gesellschaft. Soziale Distanzierung muss nicht Isolation bedeuten. Laden Sie Freunde und Bekannte zu Videokonferenzen ein, telefonieren Sie täglich mit Angehörigen. Gemeinsam ist man weniger ängstlich. Reden Sie über Ihre Gefühle, sprechen Sie auch Ihre Befürchtungen und Zweifel an. Kommunikation ist das A und O.

  2. Bewegung!

    Angst lähmt im wahrsten Sinne des Wortes. Haben Sie schonmal von der Affentechnik gehört? Um Stress abzubauen, hüpfen Affen ein bisschen durch die Gegend, bis sich die innere Verkrampfung gelöst hat. Stattdessen können Sie natürlich auch das Fahrrad aus dem Keller holen oder einen langen Spaziergang unternehmen. Bewegung tut aber nicht nur Ihrem Körper, sondern auch Ihrem Geist gut. Gedankenspiralen werden durchbrochen und das Grübeln gestoppt.

  3. Medienentzug!

    Oftmals bauschen Presse und Medien die Gefühle Ihrer Leser künstlich auf. Fast täglich erreichen uns Nachrichten von neuen Infizierten, höheren Todeszahlen und strengeren Maßnahmen. Verfallen Sie nicht in Hysterie, sondern halten Sie sich an die Tatsachen. Versuchen Sie möglichst rational mit der Coronakrise umzugehen. Bleiben Sie informiert, aber nehmen Sie sich auch einmal Auszeit von der aktuellen Berichterstattung.

  4. Routine!

    Planen Sie Ihren Tag und halten Sie diese Strukturen ein. Denken Sie darüber nach, wie Sie Ihren Alltag mit neuen, positiven Gewohnheiten bereichern können. Mit nützlichen Tätigkeiten wie Kochen, Heimtraining oder Saubermachen. Mit kreativen Tätigkeiten wie Lesen, Malen oder Schreiben. Vielleicht hilft es Ihnen, Ziele schriftlich zu formulieren und sich einen Wochenplan aufzusetzen. Bauen Sie auch Momente der Entspannung in Ihre Routine ein. Nehmen Sie sich zum Beispiel einmal am Tag die Zeit für eine Atemübung, die Sie bei Phobius gelernt haben.

  5. Perspektive!

    Es ist wichtig zu verstehen, dass COVID-19 vorübergehen wird. Auch wenn Sie sich derzeit belastet fühlen und unter Stress stehen. Halten Sie sich vor Augen, dass es ein Ende der Ausgangsbeschränkungen geben wird. Machen Sie Pläne für eine Zeit nach der Coronakrise. Das Leben geht weiter und es werden bessere Tage kommen.

Fahrersicht beim hantieren eines Auto auf der Autobahn

Machen Sie sich außerdem bewusst, dass in einer Phase des Verzichtens auch neue Möglichkeiten und Chancen entstehen können. Vielleicht entdecken Sie ein neues Hobby für sich? Möglicherweise gewinnen Sie durch den Rückzug in das eigene Heim eine Verschnaufpause vom hektischen Alltagsstress.

Eine Virusepidemie ist immer auch eine Angstepidemie. Unterbrechen Sie die Kette und zeigen Sie Mut und Stärke. Gemeinsam schaffen wir das.

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Das Max-Planck-Institut bietet ein Kurzprogramm zur Selbstanwendung mit verhaltenstherapeutischen Interventionen an.

Wo finde ich Hilfe bei Angst und Panik?

Sollten Sie weitere Informationen benötigen oder in eine akute Notsituation geraten, sind folgende Informations- und Anlaufstellen für Sie jederzeit erreichbar.

Bei Angst und Panik

Soforthilfe Phobius: +43 1 293 6040

Für psychosoziale Unterstützung

Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen: +43 1 504 8000

Psychiatrischer Notdienst (PSD): +43 1 313 30

Allgemeine Fragen zum Coronavirus

Hotline der AGES: +43 800 555 621

Bei Symptomen und Krankheitsverdacht

Offizielle Gesundheitsnummer: 1450