Platzangst // Agoraphobie

Unter Agoraphobie oder Platzangst versteht man die Angst davor, sich in Situationen zu begeben, in denen eine Flucht schwierig, langwierig oder peinlich sein könnte. Dazu gehören Kaufhäuser, offene, weite Plätze, Flugzeuge, U-Bahnen, Konzerte, Theateraufführungen oder Vorträge. Auch weit von zu Hause entfernt zu sein stellt oft ein großes Problem dar. Die schlimmste Vorstellung für Betroffene ist, in solchen Situationen eine Panikattacke zu bekommen und Symptomen wie Übelkeit, Schwindel oder Atemnot hilflos ausgeliefert zu sein. Deswegen meiden sie viele Orte oder suchen sie nur noch mit einer Begleitperson auf. Bei starker Ausprägung kann oft nicht einmal mehr die eigene Wohnung verlassen werden.

Wie entsteht eine Agoraphobie?

Die Gründe für die Entstehung dieser Angst sind vielfältig und lassen sich selten auf einen einzigen Auslöser reduzieren. Häufig tritt sie gemeinsam mit Panikattacken auf, welche in vielen Fällen auch den Beginn der Phobie markieren. Eine Panikattacke, zum Beispiel in der U-Bahn, kann so unangenehm sein, dass Betroffene U-Bahnen in weiterer Folge meiden. Oft breitet sich das Vermeidungsverhalten dann auf andere Orte und Situationen aus und bleibt über Jahrzehnte bestehen. In vielen Fällen reicht zur Entstehung der Angst allein die Vorstellung einer Panikattacke aus – ohne jemals eine solche erlebt zu haben.

Welche Folgen hat die Angst?

Eine Agoraphobie bringt Menschen meist dazu, die unangenehmen und angstauslösenden Situationen zu vermeiden. Das hat kurzfristig einen erlösenden Effekt, langfristig jedoch zur Folge, dass sich die Furcht verstärkt. Schlussendlich trauen sich viele Agoraphobiker nicht mehr aus dem Haus, was zu großen sozialen und beruflichen Einschränkungen führt. Diese ziehen wiederum psychische Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Zwänge nach sich.

Wie lässt sich die Agoraphobie bekämpfen?

Abhängig davon, ob die Angst vor einer Panikattacke im Vordergrund steht, ist es zunächst wichtig, zu verstehen, dass diese von selbst wieder verschwindet und absolut ungefährlich ist. Mithilfe unserer Psychologen lernen Sie Ihren Körper besser kennen und erfahren, wie Sie anhand verschiedenster Techniken die Kontrolle über Ihre Symptome erlangen. Und zu guter Letzt helfen wir Ihnen Schritt für Schritt, zu erkennen, dass die angstauslösende Situation weniger bedrohlich ist, als sie erscheint.

Wie sieht eine Behandlung bei Phobius aus?

Phobius hat sich unter anderem auf die Behandlung von Agoraphobie spezialisiert. Durch Aufklärung über die psychischen und körperlichen Vorgänge sowie anhand innovativer Techniken erreichen wir, dass Sie wieder angstfrei durch Ihren Alltag gehen. Teile unserer Behandlung machen sich die bewährte Technik der Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz zunutze – mithilfe einer virtuellen Welt. Der große Vorteil: Sie sind zu hundert Prozent auf sicherem Boden und in guten Händen unserer Psychologen, die Sie Schritt für Schritt aus den kreisenden Gedanken und Ängsten herausbegleiten.
Im Laufe der Behandlung erfahren Sie, was genau Angst ist, wie sie entsteht und warum sie zu einem ständigen Begleiter wurde. Zudem lernen Sie effektive Strategien der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) kennen, mit denen Ihre Angst bald der Vergangenheit angehört. Die Kognitive Verhaltenstherapie ist eine speziell für Ängste geeignete Therapie und erfordert Ihre aktive Mitarbeit. Am effektivsten wirkt sie, wenn sie auf Ihre individuelle Agoraphobie zugeschnitten ist und wenn Sie die gelernten Methoden regelmäßig üben. Diese umfassen körperliche Beruhigungstechniken, geistige Strategien und Verhaltensübungen und helfen Ihnen, erfolgreich gegen Ihre Agoraphobie vorzugehen.
1. Einheit Kennenlernen, Exploration
2.-4. Einheit Wissensaufbau, Erlernen der Techniken zur Angstbewältigung, Strategien erproben
5.-9. Einheit (Virtuelle) Exposition
10. Einheit Abschlussgespräch und Erfolgsplanung für die Zukunft
Eine Agoraphobie verschwindet nicht von alleine - im Gegenteil, sie kann im Laufe der Zeit schlimmer werden und vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Trotzdem lassen sich die meisten Betroffenen nicht behandeln, obwohl dies innerhalb weniger Sitzungen erfolgreich möglich wäre.