Angststörungen

Der erste Schritt, Ihre Angst besser in den Griff zu bekommen, ist die Entscheidung für eine Behandlung. In unserem Angstzentrum mitten im Herzen Wiens bieten wir Ihnen ein umfassendes Behandlungsangebot. Wir sind darum bemüht, dieses stetig zu erweitern und zu verbessern.
Sollten Sie Ihre Angst oder Phobie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an uns und wir stellen ein Angebot speziell für Ihre Bedürfnisse zusammen.

Ängste Übersicht

Warum existiert Angst? Wozu dient sie?

Angst ist eine unseren ältesten Emotionen und etwas grundlegend Wichtiges. Hätten unsere Vorfahren vor geraumer Zeit nicht gewusst, was Angst ist oder diese einfach ignoriert, hätten sie sich ganz unbesorgt einem Bären als Mahlzeit serviert oder wären einfach den nächsten Abgrund hinuntergesprungen.
Dass wir jedoch Angst haben und uns auf sie verlassen können, rettet uns noch immer regelmäßig das Leben. Die Angst lässt sich mit einem Fass vergleichen. Solange das Fass leer ist, ist der Mensch ruhig, Puls und Atmung gehen gleichmäßig, die Muskeln sind entspannt. Steigt die Angst an, tut sie das im Normalfall aus bestimmten Gründen. Sie alarmiert uns, lässt uns aufmerksamer werden und gibt uns übermenschliche Kräfte - um entweder davonzulaufen oder uns der Angst zu stellen. Diese beiden Reaktionen, Kampf oder Flucht (engl. fight or flight) sind die beiden Möglichkeiten, die sich einer Person in einer gefährlichen Situation bieten. Das Sprichwort „Angst verleiht Flügel“ lässt erahnen, zu was der Mensch fähig sein kann, wenn er Angst hat. Die Angst hat also eine sehr nützliche und tief verwurzelte Funktion, nämlich uns zu schützen.

Was passiert körperlich?

Die Symptome der Angst sind sicherlich jedem bekannt: Der Atem wird schneller, Anspannung, Benommenheit und Schwindelgefühle treten auf, Hände und Füße beginnen zu schwitzen, der Puls steigt. Der Körper bereitet sich auf gesteigerte Anstrengung vor und liefert mehr Sauerstoff und Blut an die Muskeln, damit die Flucht besser gelingen kann oder der Kampf gewonnen wird. Aber es gibt auch weniger sichtbare Vorgänge im Organismus. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol -unsere körpereigenen Stresshormone - werden von der Nebenniere ausgeschüttet. Bestimmte Strukturen im Gehirn werden aktiver, vor allem die Bereiche, die für das Lernen zuständig sind und jene, die eng mit der Angst verbunden sind (Hippocampus und Amygdala).

Unterschied Angst und Phobie

Kehren wir zurück zu dem Beispiel mit dem Fass. Dieses hat eine gewisse Kapazität. Kleine Schwankungen im Angstpegel sind ganz normal, der ganze Organismus hat sich in vielen tausend Jahren darauf eingestellt, mithilfe verschiedener Techniken mit diesen Schwankungen umzugehen. Überschreitet die Angst jedoch einen gewissen Punkt, bringt sie das Fass zum Überlaufen. Die positiven Eigenschaften der Angst, die hilfreich und überlebenswichtig sind, treten auf einmal in den Hintergrund. Diese Art der Angst tritt in den unpassendsten Momenten, und viel stärker als nötig auf. Sie wirkt einschränkend, behindert den Menschen in seinem Alltag und kannihn schier zum Verzweifeln bringen.
Prinzipiell haben wir vor sehr vielen Dingen eine natürliche und angeborene Angst. Schon Säuglinge haben zum Beispiel Angst vor Spinnen (Hoehl et al., 2017), ein Blick in große Tiefen lässt niemanden kalt und keiner möchte freiwillig im Aufzug stecken bleiben.

Im Gegensatz zu normaler Angst leidet eine Person mit einer Phobie an einer übertriebenen Angst vor einem spezifischen Objekt, einer bestimmten Aktivität oder einer bestimmten Situation. Über 29% aller Menschen leiden unter Angststörungen (Kessler, 2005) und haben schon einmal die Symptome erlebt, die für Angststörungen typisch sind. Denken Sie kurz an ihre Freunde, Kollegen, Familie – statistisch hat mehr als jede vierte Person schon einmal erlebt, was es heißt, eine Angstattacke zu bekommen. Ängste die im Schlepptau einer Angststörung auftreten schränken das Leben ein und wirken sich stark auf die Lebensqualität aus. Die Ängste drehen sich oft um die eigene Existenz, darum, die Kontrolle zu verlieren und hilflos zu sein. Die Angst Fehler zu machen, nicht zu genügen oder zu funktionieren, Angst, krank zu sein, Ängste vor Tieren, vor der U-Bahn, vor Menschen zu stehen und etwas erzählen zu müssen. Die Liste lässt sich lange so weiterführen.

Wie entwickelt sich eine Phobie?

Wenn die Angst die Kontrolle übernimmt, kann es zu einem Teufelskreis der Angst kommen, was eher die Regel als die Ausnahme ist. Anhand eines Beispiels lässt sich dieser Angst-Kreislauf am besten erklären. Nehmen wir die Arachnophobie, die Angst vor Spinnen. Der Anblick einer Spinne löst bei vielen Menschen Unbehagen aus. Wie stark dieses Gefühl ist, hängt normalerweise von der Größe und der Nähe des Tieres ab. Bei Personen mit Spinnenangst hat der Anblick einer Spinne jedoch viel intensivere Folgen. Der Körper reagiert stark, schüttet Adrenalin und andere Hormone aus, die Hände schwitzen, das Herz rast, der Atem wird schneller. Das hat die ursprüngliche Funktion, mehr Sauerstoff ins Blut zu befördern, was dem Körper die nötige Kraft gibt, um auf den Bären vor dem Höhleneingang zu reagieren. Die gesamte Aufmerksamkeit des Körpers steigt an, die sprichwörtlichen Sirenen des Körpers heulen auf, alles stellt sich darauf ein, entweder der Situation zu entfliehen oder sich ihr zu stellen.
Im Falle einer Phobie passiert das jedoch auch, obwohl gar keine Gefahr besteht. Zu den körperlichen Symptomen kommen die rasenden die Gedanken. Betroffene glauben, die Kontrolle zu verlieren, fühlen sich hilflos und ohnmächtig. Die Folge ist, dass sich der Körper noch mehr in den Alarmzustand versetzt, die Gedanken noch einen Gang zulegen und sich letztlich Körper und Gedanken gleichermaßen aufschaukeln. Das führt dazu, dass wir aus der Situation schnellst möglich fliehen wollen. Genau diese Gefühle brennen sich ins Gedächtnis ein und der Mensch wird darauf programmiert, alles zu tun, um die angstauslösende Situation in Zukunftzu vermeiden. Zuerst kann es sein, dass Personen nicht mehr in den Keller gehen, den Ort, wo sich in Österreichs Haushalten häufig die kleinen Achtbeiner finden lassen. Doch das kann sich ausweiten.
Als nächstes wird es vermieden, auf den Balkon oder in den Park zu gehen. Schließlich schafft man es kaum noch, sich aus dem Haus zu bewegen, ohne jeden Winkel zu untersuchen und jedes Blatt umzudrehen, um nicht von einer Spinne überrascht zu werden. Ein Phänomen, das sich bei vielen Angstpatienten beobachten lässt ist die sogenannte „Angst vor der Angst“ oder „Erwartungsangst“. Wird in unserem Beispiel eine Spinne gesehen oder auch nur an eine gedacht, kann es vorkommen, dass die betroffene Person die Befürchtung hat, Panik zu bekommen. Schon beschleunigt sich der Puls, die Atmung wird schneller und flacher, die Hände schwitzen – und die Person sucht nach Ablenkung, um sich nicht weiter in den Teufelskreis hineinzusteigern. Diese Ablenkung oder Vermeidung ist im ersten Moment eine naheliegende Reaktion. Längerfristig hat das jedoch einen entscheidenden Nachteil: der Mensch verlernt, dass die meisten Situationen gar nicht gefährlich sind.

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Was kann man dagegen tun?

Vielen Menschen hilft es schon, nur zu wissen, was genau in ihnen vor sich geht, sowohl im Körper, als auch im Kopf. Letztlich wird man die Angst am nachhaltigsten los, indem man sich der angstauslösenden Situation aussetzt, da ist sich die Forschung einig. Macht man das behutsam und mit der richtigen Technik, wird die übermäßige Reaktion wieder langsam abtrainiert. Ähnlich wie bei einem falsch antrainierten Schlag beim Tennis braucht es jedoch Zeit und Geduld, um das neu gelernte Verhalten zu meistern.

Was macht Phobius?

Phobius ist ein Zentrum für die psychologische Therapie von Angststörungen. Wir wollen Menschen mit Ängsten möglichst schnell und nachhaltig wieder ein besseres und angstfreieres Leben ermöglichen. Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen verwenden wir sowohl bewährte Behandlungsmethoden als auch innovative Konzepte wie Virtuelle Realität.
Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Angst hinter sich zu lassen.