Ca. 29% aller Menschen leiden unter Angststörungen

Obwohl die Behandlung von Phobien sehr hohe Erfolgsraten aufweist, sucht nur ein kleiner Teil der Patienten mit spezifischer Phobie professionelle Hilfe.

Klaustrophobie

Klaustrophobie (lat. claustrum „Verschluss“, gr. phobos „Furcht“), Raumangst oder die Angst vor geschlossenen Räumen betrifft fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung. Die Angst zeigt sich meist darin, keine Fluchtmöglichkeiten aus einem geschlossenen Raum zu sehen. Menschen, die an dieser Art von Phobie leiden, versuchen Situationen in denen sie sich eingesperrt fühlen, zu meiden. Typisch angstauslösende Orte sind enge geschlossene Räume wie Aufzüge, lange Tunnel, Busse, Bahnen und Flugzeuge. Selbst geschlossene Türen und Fenster können für einige Betroffene schon unangenehm werden. Umgangssprachlich wir die Klaustrophobie oft fälschlicherweise als Platzangst bezeichnet. Platzangst meint aber die Agoraphobie und ist die Angst vor öffentlichen und großen Plätzen.


Welche Symptome treten bei Klaustrophobie auf?


In geschlossenen Räumen oder auch schon bei dem Gedanken an die angstauslösende Situation erleben die Betroffenen diverse Symptome. Körperliche Symptome sind z. B. Herzrasen, Schwitzen, Atemnot und ein Engegefühl im Brustkorb. Psychische Symptome sind Gefühle von Benommenheit und Schwäche. Die Umwelt und fremde Personen wirken während der Angst bedrohlich und unwirklich. Klaustrophobie kann eine eigenständige Erkrankung sein, besteht aber häufig neben anderen Angsterkrankungen wie der Agoraphobie (Platzangst) oder Höhenangst.


Welche Folgen hat Klaustrophobie?


Je nach Ausprägung hat Klaustrophobie unterschiedlich starke Auswirkungen auf Mobilität, Lebensqualität und Selbstbewusstsein. Das Unwohlsein im Aufzug kann mit Stiegen relativ einfach umgangen werden. Ein sehr relevantes Problem stellt die Klaustrophobie aber bei MRT und CT- Untersuchungen dar. Viele Patienten verweigern diese Untersuchung, trotz körperlicher Probleme. 15 % müssen während der Untersuchung sediert werden, um scharfe Bilder machen zu können (Murphy & Brunberg, 1997).


Wie kann ich Klaustrophobie überwinden?


Auch bei Klaustrophobie ist es ratsam sich der Angst zu stellen. Bei leichter Nervosität können Atemtechniken oder die Begleitung einer vertrauten Person in angstauslösenden Situationen helfen. Kommt es aber zu starker Angst, Panikattacken oder werden medizinische Untersuchungen gemieden, dann ist es ratsam psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.


Struktur und Ablauf unserer Behandlung


Im Laufe der Behandlung erfahren Sie, was genau Angst ist, wie sie entsteht und warum sie zu einem ständigen Begleiter wurde. Sie werden lernen, wie die Angst mit effektiven Strategien und Verhaltensweisen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden kann. Die KVT ist eine speziell für Ängste geeignete Therapie und erfordert Ihre aktive Mitarbeit. Am effektivsten ist die KVT, wenn sie auf Ihre individuelle Angst zugeschnitten ist und wenn Sie die Strategien zur Behandlung Ihrer Symptome regelmäßig üben. In dieser Behandlung werden Sie lernen, mit körperlichen Beruhigungstechniken, geistigen Strategien und Verhaltensübungen gegen Ihre Klaustrophobie vorzugehen.

1. Einheit Kennenlernen, Exploration
2.-4. Einheit Wissensaufbau, Erlernen der Techniken zur Angstbewältigung, Strategien erproben
5.-7. Einheit Virtuelle Exposition (Konfrontation)
8. Einheit Abschlussgespräch und Erfolgsplanung für die Zukunft
Eine Klaustrophobie verschwindet nicht von alleine - im Gegenteil, sie kann im Laufe der Zeit schlimmer werden und vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Trotzdem lassen sich die meisten Betroffenen nicht behandeln, obwohl dies innerhalb weniger Sitzungen erfolgreich möglich wäre.


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