Ca. 29% aller Menschen leiden unter Angststörungen

Obwohl die Behandlung von Phobien sehr hohe Erfolgsraten aufweist, sucht nur ein kleiner Teil der Patienten mit spezifischer Phobie professionelle Hilfe

Hundephobie

Unter Canophobie oder Kynophobie (lat. canis, bzw. gr. kýon „Hund“ und gr. phobos „Furcht“) versteht man die Angst vor Hunden. Menschen, die unter Canophobie leiden, meiden Situationen in denen sie Hunden begegnen könnten. Dieses Vermeidungsverhalten wirkt sich in unserer Gesellschaft stark auf das Leben der Person aus, da es schon alltägliche Aufgaben wie Einkaufen, Spaziergänge im Park oder Besuche bei Menschen mit Hunden nicht mehr möglich macht. Nach der Evolutionstheorie könnte Canophobie aus der Urangst des Menschen vor gefährlichen wilden Tieren, wie dem Wolf oder Bären entstanden sein. Häufig haben Menschen mit Canophobie jedoch schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht. Wer von einem Hund erschreckt, angesprungen oder gebissen wurde, kann sehr lange an der Angst vor Hunden leiden. Ein anderer Auslöser für die Entstehung einer Hundephobie ist das Modelllernen. Dabei lernen Betroffene von Bezugspersonen, dass Hunde gefährlich sind. Sie übernehmen zum Beispiel das ängstliche Verhalten der Eltern.


Welche Symptome treten bei Canophobie auf?


Wie bei allen Ängsten, reagieren Betroffene auch bei der Canophobie mit starken Angstsymptomen. Körperliche Symptome können unter anderem Zittern, Atemnot, Schwitzen, Schwindel, Übelkeit, Fluchtreaktion oder Erstarren sein. Begleitet sind diese von psychischen Symptomen, wie dem Gefühl von Kontrollverlust, Gedanken an eine Hunde-Attacke oder Todesangst. Diese Symptome können schon Tage vorher auftreten, wenn man an einen Ort muss, an dem sich Hunde befinden. Dies wird als „Angst vor der Angst“ beschrieben. Diese Erwartungsangst ist oft das größte Problem bei Angststörungen.


Wie kann ich Canophobie überwinden?


Einem fremden Hund vorsichtig zu begegnen ist erstmal gut, denn man kann nie zu 100% voraussagen, wie er reagieren wird. Meistens sind Hunde jedoch lieb und an Menschen gewöhnt. Sie sind verspielt, aktiv und greifen niemanden ohne Grund an. Wie ein Hund genau reagiert ist abhängig von Erziehung. Generelle Regeln bei Kontakt mit fremden Hunden:
  • Ruhig atmen
  • Abstand halten
  • Nicht schreien
  • Nicht (weg-)rennen (Der Hund könnte das als Spiel auffassen)
  • Nicht stehen bleiben und anstarren! (Der Hund sieht das als Kontaktaufforderung)
Diese einfachen Regeln können in angstauslösenden Begegnungen mit Hunden helfen. Kommt es jedoch zu starker Angst und Einschränkungen in der Lebensqualität ist es ratsam psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.



Struktur und Ablauf unserer Behandlung


Im Laufe der Behandlung erfahren Sie, was genau Angst ist, wie sie entsteht und warum sie zu einem ständigen Begleiter wurde. Sie werden lernen, wie die Angst mit effektiven Strategien und Verhaltensweisen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden kann. Die KVT ist eine speziell für Ängste geeignete Therapie und erfordert Ihre aktive Mitarbeit. Am effektivsten ist die KVT, wenn sie auf Ihre individuelle Angst zugeschnitten ist und wenn Sie die Strategien zur Behandlung Ihrer Symptome regelmäßig üben. In dieser Behandlung werden Sie lernen, mit körperlichen Beruhigungstechniken, geistigen Strategien und Verhaltensübungen gegen Ihre Hundephobie vorzugehen.

1. Einheit Kennenlernen, Exploration
2.-4. Einheit Wissensaufbau, Erlernen der Techniken zur Angstbewältigung, Strategien erproben
5.-7. Einheit Virtuelle Exposition (Konfrontation)
8. Einheit Abschlussgespräch und Erfolgsplanung für die Zukunft
Eine Hundephobie verschwindet nicht von alleine - im Gegenteil, sie kann im Laufe der Zeit schlimmer werden und vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Trotzdem lassen sich die meisten Betroffenen nicht behandeln, obwohl dies innerhalb weniger Sitzungen erfolgreich möglich wäre.


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